ein Künstler, dessen Werk in seinen leuchtenden Farben, vielseitigen Techniken unterschiedlichen Materialien voller Analogien zum Leben steckt.
Guido Kratz hat nach langen Jahren des kunstfertigen Erstellens von Gebrauchskeramik zusätzlich das spontane Malen auf Keramik entdeckt und mit neuen Techniken und unter Einbeziehung weiterer Materialien einen einzigartigen künstlerischen Weg eingeschlagen.
Der künstlerische Weg – hohe Kunstfertigkeit und Spontaneität
Als Keramiker und Künstler wählt Guido Kratz einen sehr freien und gleichermaßen reflektierten Weg: Als Autodidakt erlernt er das Handwerk des Keramikers, wird Meister und Ausbilder, betreibt eigene Werkstätten, stellt unterschiedlichste Gebrauchskeramik her. Durch die Lektüre von Alice Miller beginnt eine ganz neue, alles verändernde Epoche: Der Maler Guido Kratz ist geboren. Malerei auf der Fliese eröffnet neuen Gestaltungsraum. Das irreversible spontane Malen auf Keramik erfordert einen besonderen inneren Impuls weil es aufgrund der Materialien eine Unterbrechungslosigkeit im Schaffensprozess erfordert. Eine schlafwandlerische Sicherheit mit den Materialien ist unabdingbare Voraussetzung, ermöglicht einen fast meditativen Zustand während des Malens und führte Guido Kratz zur Entdeckung weiterer künstlerischer Techniken und Möglichkeiten.
Das Spontane – Berührung mit dem Verborgenen
Das planungsfreie unterbrechungslose Malen lässt den Malenden mit verborgenen Schichten des Seins in Berührung kommen, es ereignen sich einzigartige Farb- und Formgebungen, überraschende Übergänge entstehen. Im schöpferischen Ausprobieren entdeckt Guido Kratz das spontane Malen auf zwei Schichten, das Übereinanderlegen zweier Motive: Ausschnitte des unteren Bildes werden durch vorübergehendes Verdecken und späteres Freilegen in das obere Bildmotiv integriert. So berühren sich Verborgenes und Offensichtliches, Neues entsteht. Durchaus gewünschte Analogien zum Leben: Die Entdeckung des Einzelnen aber auch das Miteinander bleibt in dem dynamischen Spiel von scheinbar offensichtlichen und verborgenen Facetten des Seins spannend. Das Ganze wird durch das dahinter stehende Individuelle lebendig, bunt und unberechenbar.
Maria Eilers. 2006.

