1. Textprobe:
Im Oktober warst Du bei mir. Du hattest gesagt, dass Du gerne mal nach Hamburg möchtest. Ich hatte meine Mutter gefragt, ob wir ihr Auto bekommen. „Ich tanke noch schnell voll! Macht Euch einen schönen Tag!“ Meine Eltern mussten damals geschäftlich ins Ausland und wir waren an dem Wochenende allein zu Hause. Wir sind in strömendem Regen in Hamburg angekommen. Ich dachte: „Jetzt fahre ich mit ihr nach Hamburg und es regnet!“ Aber als wir ausstiegen, ließ der Regen nach und es wurde wieder ein wunderschöner Ausflug mit Dir! Wir haben Händchen gehalten und zusammen Kaffee getrunken. Dinge, die ich mit keinem anderen Menschen machen würde als mit Dir! Eigentlich kitschig aber echt super! Du warst ganz glücklich in Hamburg zu sein. Ich war sehr glücklich, Dir eine Freude machen zu können. Den Rest des Wochenendes haben wir zu Hause nur noch herumgegammelt.
(mit freundlicher Genehmigung des Erzählers)
2. Textprobe:
Im Sommer 1948 haben Wolfgang und ich uns kennen gelernt. Wolfgang war hier in Finkenbach zu Besuch bei seinem Onkel Horst und seiner Tante Erika. Baums hatten 1939 geheiratet und sind dann gleich in dies Haus in der Hermann-Löns-Straße eingezogen, das von der Schneiderin aus Essen gebaut war. Wir waren oft dort, besonders meine Mutter war da viel. Eines Tages sagte Tante Erika zu mir: „Du musst mal kommen, wir kriegen Besuch. Die haben Langeweile. Wolfgang mit seinem Cousin aus Essen. Mensch ärger Dich nicht spielen oder irgendwas.“ Also bin ich dorthin gegangen, und irgendwie, ich weiß nicht, gefiel Wolfgang mir schon! Das ist ja manchmal so! Ein paar Monate später kam sein Bruder Rudi hier nach Finkenbach und Tante Erika hatte wieder Bescheid gesagt. Ich habe zu Rudi gesagt: „Kannste mir nicht mal ein Foto besorgen von deinem Bruder? Und wann hat der denn Geburtstag und - “ - wie das so geht... Ich habe auch ein Foto von Wolfgang bekommen, auf dem er eine Lederhose an hat. Ganz chic! – fand ich jedenfalls! Dann hab ich ihm mal zum Geburtstag geschrieben. Und ein Jahr später waren die beiden Brüder mit dem Fahrrad hier, das Jahr darauf wieder. Ich glaube in der Zwischenzeit haben wir uns nicht gesehen. Aber wir hatten uns zwischendurch mal geschrieben. Oder ob sie damals schon ein Motorrad hatten? Irgendwann hatten sich die Brüder eine kleine 125-er Maschine gekauft.
(mit freundlicher Genehmigung der Erzählerin)
3. Textprobe:
Und dann ging das los. Bremen – Hameln, hin und her. Das erste Mal warst Du mit dem Auto bei mir aber dann haben wir uns beide eine Bahncard gekauft und es ging immer hin und her. Ich habe damals Glück gehabt, dass mir mein Chef so viel frei gegeben hat. Drei, vier Wochenenden hintereinander, was eigentlich eine Sache der Unmöglichkeit war, hat er mir frei gegeben. Das war ganz toll. Dann bin ich das erste Mal nach Hameln gefahren, habe hier Deine Leute kennen gelernt. Und dann kamst Du wieder zu mir. In dieser Zeit standen in meiner Einraumwohnung nur ein Bett, ein Tisch, ein Sofa und ein Fernseher. Wenn Du nach Bremen kamst, haben wir es uns gleich im Bett gemütlich gemacht um die versäumte Woche nachzuholen… Meistens haben wir auch morgens beim Frühstück im Bett die Finger nicht voneinander lassen können… Und mit der Zeit hast Du die Wohnung auch gemütlich gemacht, mit Blumen, Gardine und Bildern an den Wänden.
(mit freundlicher Genehmigung des Erzählers)






