Textprobe 2

Sie hat immer in der Heide gelebt. Als Kind, während des zweiten Weltkrieges, als Mutter und Großmutter. Immer im gleichen Dorf, immer im gleichen Haus. Viele Geschichten ranken sich um diesen Ort und seine Menschen. Oft betteln die Kinder und Enkelkinder: „Oma, erzähl doch mal!“ Die alte Dame kann gut erzählen, aber schreiben möchte sie nicht. Darum lässt sie ihre Lebenserinnerungen von Maria Eilers schreiben. In vielen Geschichten geht es um das ländliche Leben:

„Im Winter wurde Holz gemacht. Da musste ich auch mit. Ich habe schon so manches Mal gedacht: „Kann ich nicht!“ oder „Will ich nicht!“, das gab es damals nicht. So war das. Ich muss ehrlich sagen: Das Holz machen in der Lieth hat auch Spaß gemacht! Da lag immer Holz! Alle aus unserer Straße waren dort, ja, alle, denn wir alle heizten mit Holz. Und von dem Kram braucht man ja so viel, das brennt ja so schnell weg! Und dann dieses Buschholz, diese Äste! Es gab damals ein Gerät, den Buschhacker. Da wurden die Äste hinein geschoben und die kleinen Stücke flogen unten wieder heraus. Anschließend wurde das große und kleine Holz nach Hause gebracht. Wir hatten den Hof hier immer voller Buchenholz. Im Winter oder im Frühjahr wurde das Holz gehackt, über den Sommer musste es trocknen. Und dann kam es in den Schuppen. Ein Bärenkram war das!“

(mit freundlicher Genehmigung der Erzählerin)